Die Sportliche Vereinigung Reinickendorf hat ihre
Wurzeln in zwei Turnvereinen, die 1937 fusionierten. Dem Deutschen Turnverein
Froh und Heiter, der 1896 gegründet und dem Sportclub Reinickendorf, der 1923
gegründet wurde.
Deutscher
Turnverein Froh und Heiter
1896
15 junge Männer aus Reinickendorf-West,
damals noch Vorort von Berlin, gründeten den
"Deutschen Turnverein Froh und
Heiter". Erster Übungsraum war ein
Tanzsaal.
1903
Von den Frauen der Mitglieder und dem Haus-
und Grundbesitzerverein Reinickendorf-West
wurde die Vereinsfahne gestiftet und im
gleichen Jahre geweiht.
1910
Der Verein hatte jetzt ca. 40 Mitglieder,
darunter auch Frauen. Neben den Turnerriegen
gab es jetzt auch eine Gesangs-Riege, außerdem
wurden nun auch Jugendliche in den Verein
aufgenommen.
Stellvertretend für alle ehrenamtlichen und
begeisterten Mitarbeiter des Vereins in dieser
Zeit sei Otto Reimann genannt, der 15 Jahre
den Verein leitete.
1914-1918
Während des 1. Weltkrieges kam es zu einem
Stillstand in der Vereinsarbeit.
1919
Nach Wiederaufnahme des Sportbetriebes schufen
sich die Mitglieder von "Froh und
Heiter" auf dem Tegeler Schießplatz
(jetzt Flughafen Tegel) eine eigene
Sportanlage. Nun gab es nicht nur
Turnerriegen, sondern auch Spielmannschaften
(z.B. Handball).
1937
"Froh und Heiter" gerät durch die
Aufwendungen für die eigene Sportanlage in so
starke finanzielle Bedrängnis, dass in einer
Generalversammlung am 03.12.1937 die Auflösung
des Vereins und der einmütige Übertritt in
den ebenfalls in Reinickendorf-West
bestehenden "Sportclub
Reinickendorf" beschlossen wurde.
Sportclub
Reinickendorf
1923
Der "Sportclub Reinickendorf" wurde
gegründet. Seine Mitglieder betreiben hauptsächlich
die Sportarten Handball, Leichtathletik und
Boxen.
1933/1934
Nachdem die Nationalsozialisten in Deutschland
die Macht übernommen hatten, wurden die
Arbeitersportvereine verboten. Im Sportclub
Reinickendorf fanden die Sportkameradinnen und
-kameraden der verbotenen Vereine (z.B. Fichte
Nord, Freie Turnerschaft) die Möglichkeit,
ihren Sport ohne Pressionen weiter auszuüben.
Zu verdanken war dies in erster Linie dem 1.
Vorsitzenden des S.C. Reinickendorf, Willi
Schalow, der 11 Jahre den Verein leitete und
auch nach dem 2. Weltkrieg bei der
Aufbauarbeit Hilfestellung leistete.
1937
Bei der Übernahme der Mitglieder von
"Froh und Heiter" wurde der Verein
in "Sportliche Vereinigung Reinickendorf
1896 e.V." umbenannt und beschlossen, die
Tradition von "Froh und Heiter"
weiter zu pflegen.
Sportliche
Vereinigung Reinickendorf 1896 e.V.
1937
Umbenennung des S.C. Reinickendorf in "Sportliche
Vereinigung Reinickendorf 1896 e.V." bei der Übernahme
der Mitglieder von "Froh und Heiter".
1939-1945
Der 2. Weltkrieg brachte mit zunehmender Dauer das
Vereinsleben zum Erliegen. In Berlin wurden die
Sportvereine auf Anordnung der Alliierten Kommandantur
aufgelöst.
1946
Von der "Alliierten Kommandantura Berlin"
wurde die Ausübung von Sport wieder erlaubt. In
Reinickendorf-West bildete sich eine Handballsparte im
Rahmen des kommunalen Sports.
1948
Die Wiedergründung von Vereinen wurde von den
Besatzungsmächten erlaubt.
1949
Am 8. August 1949 wurde unser Verein als
nichtpolitische Organisation zugelassen. Die 11
Sportler, die die Wiederzulassung beantragten, mussten
politische Unbedenklichkeitsbescheinigungen vorlegen.
1946-1949
Noch einmal zurück in die Zeit des kommunalen Sports.
1947 bildete sich eine Tennissparte, die sich, ebenso
wie Turner und Leichtathleten, die den Weg zu uns
fanden, der Handballsparte anschloss. Es entstand
schon 1949 wieder ein reges Vereinsleben.
1949-1951
Johannes Dittmer war 1. Vorsitzender. Die Abteilungen
wuchsen erfreulich schnell; z.B. beteiligte sich die
Handballabteilung zeitweilig mit 24 Mannschaften in
allen nur möglichen Spielklassen an den
Rundenspielen.
1952-1961
Ein reges Vereinsleben in allen Abteilungen wurde
durch die vielen ehrenamtlichen Mitarbeiter gefördert.
Ohne Anspruch auf Vollständigkeit seien hier nur
einige genannt: Hans und Anneliese Dittmer; Hans und
Irmgard (Pieps) Miertschke; Hermann Dall; Willi
Schalow; Eike Tillmes; Heinz Schwabe; Siegfried
Bandsch; Wolfgang Priefer; Helmut Grune; Lothar
Kleppeck; Rolf Schulz; Willi Wiemers; Rudi Küster;
Horst Weichert, Günter Schedler, usw.
1961
Wolfgang Jänsch gründete die Turnabteilung. Damit führte
er konsequent die Tradition der Vereinsgründer aus
dem Jahre 1896 fort.
Der wirtschaftliche Aufschwung in Berlin führte dazu,
dass viele Menschen ihr Interesse auf Fernseher, Auto,
Motorad und Reisen verlagerten. Dadurch schwand die
Begeisterung für den Sport. Trotz allem waren in der
SVR immer wieder Sportkameradinnen und -kameraden
bereit. Ihre Freizeit für die Vereinsarbeit zu
opfern. Die Zahl der Aktiven verringerte sich jedoch.
1964
Nachdem Josef (Jupp) Dauben und Johannes Dittmer
Vereinsvorsitzende waren, übernahm nun Willi Wiemers
diese Aufgabe.
In seiner Ära erhielten die Abteilungen Finanzhoheit.
Dadurch wurden die Abteilungen in ihrer Arbeitsfähigkeit
gestärkt, der Zusammenhalt des Vereins jedoch geschwächt.
Die Basketball- und die Faustballabteilungen mussten
aufgelöst werden, weil sie nicht mehr spielfähig
waren.
1976
Nach dem Tode von Willi Wiemers übernahm Hans
Miertschke die Vereinsführung für 3 Jahre. In seiner
Zeit fielen die schwierigen Verhandlungen für den Bau
der Tennisanlage im Finnentroper Weg.
1979
Als Nachfolger von Hans Miertschke wurde Josef Dauben
zum Vereinsvorsitzenden gewählt. Mit einer
Unterbrechung im Jahre 1982 übte er dieses Amt bis
1993 aus.
Eine seiner schwierigsten und unangenehmsten Aufgaben
waren die Auseinandersetzungen im Zusammenhang mit dem
Ausscheiden des Herrn Lublow, der den Versuch
unternahm, die Handballabteilung zu zerstören.
1984
Nachdem schon fast 8 Jahre lang in der Turnabteilung
regelmäßig Volleyball gespielt wurde, gründeten die
volleyballspielenden Mitglieder der Turnabteilung die
Freizeit-Volleyballabteilung und wählten Harald
Fischer zum Abteilungsleiter, der die Abteilung bis
ins Jahr 2000 leitete.
1994
Wolfgang Gessner wurde Nachfolger von Jupp Dauben als
Vereinsvorsitzender. Ihm steht ein Team
einsatzbereiter Vorstandsmitglieder zur Seite.
1996
Im Mai feierte die "Sportlichen Vereinigung
Reinickendorf 1896 e.V." ihr 100jähriges
Bestehen mit Veranstaltungen aller Abteilungen und
einem großem Jubiläumsball.
2009
Nach 15 Jahren ehrenamtlichen Arbeit als Vorsitzender
des Gesamtvereins, trat Wolfgang Gessner zurück und
über gab das Amt an Peter Falkenstern.